Aktuelles:

Foto: Heike Lachmann |
Aachener Zeitung Von Robert Baumann | 29.12.2011
Mit Jazz das neue Jahr begrüßen
Aachen. Die Chemie stimmt - musikalisch und zwischenmenschlich. Das hört und spürt man sofort. Die Jazzmusik des achtköpfigen Ensembles vom Art'n Schutz Orchester schallt durch die Klangbrücke an der Kurhausstraße.
Zwischen den einzelnen Stücken scherzen die Musiker herum. «Er ist der einzige von uns, der alle Instrumente beherrscht. Das ist fast schon ein Genschaden», piesackt Gitarrist Jürgen Sturm seinen Kollegen Ludger Singer. Dieser nimmt es mit Humor, wie alle hier. Von Anspannung oder Nervosität vor den beiden anstehenden Neujahrskonzerten am 1. und 2. Januar ist bei den Proben des Ensembles nichts zu spüren.
Jährlich und bereits zum sechsten Mal findet das Neujahrskonzert des Art'n Schutz Orchesters in der Klangbrücke statt- eine Veranstaltung des Musik-Labels «Luxaries Records» mit Unterstützung des Kulturbetriebs Aachen und der Gesellschaft für zeitgenössische Musik. |
Das Ensemble präsentiert sich seit Jahren in immer wechselnden Konstellationen und setzt sich aus Berufsmusikern von «Luxaries Records» zusammen. In diesem Jahr mit dabei: Sängerin Anirahtak, Trompeter Ryan Carniaux, Cellist Ludger Schmidt, Gitarrist Jürgen Sturm, Pianist Ludger Singer, Bassgitarrist Lothar Galle-Merkel, Hans Günter Eisele am Schlagzeug und Saxophonist Heribert Leuchter.«Wir haben ein gemeinsames Grundverständnis über das, was wir mit Musik verbinden. Wir haben eine ähnliche Genese und ein gemeinsames Repertoire. Es gibt große Übereinstimmungen», erklärt Saxophonist Leuchter.
Die Gestaltung des Konzertes entspricht einem improvisatorischen Umgang mit flexiblen Arrangements zu Kompositionen von Leuchter, Singer und Sturm. «Unsere Musik gäbe es ohne Jazz nicht. Was wir spielen, kann man als europäischen Jazz bezeichnen», erläutert Sängerin Anirahtak, die während der Konzerte auch zu den Instrumenten greifen wird.
Seit 2004 existiert das Art'n Schutz Orchester. Ins Leben gerufen wurde es von Jürgen Sturm und Anirahtak. Erklärtes Ziel des Orchesters ist es, die klanglichen Möglichkeiten üblicher Klein- und Kleinstbesetzungen zu erweitern und die gewachsene Spieltradition zu kultivieren. «Wir leben in einer zementierten Zeit. Als Jazzmusiker und Musiker der improvisierten Musik wirken wir diesem Zeitgeist entgegen. Solch ein Umgang mit der Musik ist in unseren Augen ein schützenswerter Umgang», erklärt Sturm den Orchesternamen «Art'n Schutz».
Gut eineinhalb Stunden wird das Ensemble an den ersten beiden Januartagen in der Klangbrücke performen. Dabei mischt das Orchester seine kollektiv arrangierten Jazzstücke zu einem Konzert aus Eigenkompositionen, «Lieblingsstücken» der Vorjahre und Uraufführungen. «Es gibt einen formalen Ablauf und eine dramaturgische Reihenfolge. Letztendlich spielen wir aber nie genau das, was wir im Vorfeld geprobt haben», sagt Leuchter lächelnd. «Die Musik wird immer neu kreiert. Das sind weit mehr als nur Interpretationen. Lassen wir uns überraschen», sagt Leuchter vor den heutigen Abschlussproben und blickt, wie seine Musiker-Kollegen, voller Vorfreude auf die beiden anstehenden Konzerttermine. |
Aachener Nachrichten 30.12.2011
Dieses Orchester will nur spielen
von Jan Mönch
Aachen. Der Tonfall wird mitunter etwas rüde. «Der Heribert gibt halt gern ein bisschen an», stichelt die Sängerin in Richtung des Saxophonisten. Der wurde gerade auf die vor seinen Füßen aufgereihte Instrumentensammlung angesprochen und gibt Contra: «Ich kann auch gern noch viel mehr mitbringen.»
Bevor es dann zu grob wird, meldet sich jemand aus Richtung Klavier zu Wort: «Wolltet ihr nicht was spielen?» Tack, tack, tack, tack - der Drummer legt los, die anderen steigen ein. Das klingt nun nicht mehr rüde, sondern beschwingt und lässig - jazzig eben.
Diese Szene spielte sich am Freitag in der Klangbrücke ab, wo das Art'n Schutz Orchester sich auf seine Neujahrskonzerte vorbereitet. Und wer schon mal dazu eingeladen war, dem Oktett bei der Arbeit zuzusehen, der weiß: Gefrotzelt wird nur zum Spaß, musiziert auch, aber eben nicht nur.
Jürgen Sturm fasst die tieferen Beweggründe der Truppe zusammen: «Der Name beschreibt eine Art des Spielens, die schützenswert ist.» Die Hierarchie zwischen den Musikern verläuft flach, Soli und Melodiebögen hingegen ausschweifend und besser zu lang als zu kurz. Musiziert wird nicht für die Ewigkeit, sondern vor allen Dingen für den Moment. Und das die Schreibweise sich an die von «Rock'n Roll» anlehnt, ist natürlich nicht auf eine rostige Schreibmaschine zurückzuführen. «Das Ganze hat auch mit einer bestimmten Geisteshaltung zu tun», referiert Sturm weiter - aber bevor es dann zu philosophisch wird, unterbrechen seine Kollegen ihn mit einem knackigen Tusch. Der ist improvisiert, so wie vieles, was bei den beiden Terminen in der Klangbrücke zu hören sein wird.
Artenschutz betreiben Art'n Schutz zurzeit in Person von Ulla Marks (Gesang), Ryan Carniaux (Trompete), Heribert Leuchter (diverse Saxophone), Ludger Schmidt (Cello), Jürgen Sturm (Gitarre), Ludger Singer (Klavier), Lothar Galle (Bass) und Hans Günter Eisele (Schlagzeug). Ihr Neujahrskonzert veranstalten die Berufsmusiker seit 2005. Alle Beteiligten sind verbandelt mit dem Label «Luxaries Records», für alle ist Art'n Schutz ein Nebenprojekt. Die Besetzung variiert dabei schon mal, das Anliegen nicht: «Wir machen Nischenmusik für ein Nischenpublikum», sagt Heribert Leuchter.
Und die Nische nennt sich wie? Mit einer terminologischen Abgrenzung tut sich die gut gelaunte Truppe ein wenig schwer. Das hat man oft bei Musikern. Die Definition von Ulla Marks jedenfalls stößt nicht auf Widerspruch: «Es ist eine Art europäischer Jazz» - doch auch sie spielt ihre Musik lieber, als darüber zu sprechen. Und bevor zu viel gesprochen wird, wird lieber noch mal der gemeinsame Lieblingssong geprobt: «Mojn Heamann».
Freitag ist Generalprobe
Die Generalprobe steht für Freitag im Kalender. Dabei wird die Dramaturgie für den Abend festgelegt und abgesprochen, wann welcher Solist dran ist. Aber: «Kein Konzert klingt genau wie die Probe», so Heribert Leuchter.
Die Konzerte sind zu hören am Sonntag, 1. Januar, um 18 Uhr sowie am Montag, 2. Januar, um 20 Uhr in der Klangbrücke, Kurhausstraße 1. Karten kosten im Vorverkauf für Vollzahler 15 Euro (ermäßigt zehn Euro) und sind erhältlich im Ticketshop unserer Zeitung in der Mayerschen Buchhandlung. Außerdem ist eine Vorbestellung per Mail an oder telefonisch unter 0241/75414 möglich. |
|
|
Neujahrskonzerte
1. Januar 2012 - 18
Uhr
2. Januar 2012 - 20 Uhr
Klangbrücke
Kurhausstr. 2/ D-52062 Aachen
Anirahtak - Stimme
Heribert Leuchter - Saxophone
Ludger Schmidt - Cello
Jürgen Sturm - Gitarre
Ludger Singer - Klavier
Lothar Galle-M. - Bass
Hans Günter Eisele - Schlagzeug
Kartenvorbestellung: 15€/ erm. 10€
bei LUXaries Records unter: Tel.:+49(0)241-75414 aso@luxaries.de und an der Abendkasse |

|
|
Neujahrskonzerte mit dem
Art'n Schutz Orchester
Das Art'n Schutz
Orchester lädt zum Beginn des Jahres in die Klangbrücke. Neun Musiker
des Aachener Labels LUXaries Records gründeten im Sommer 2004 dieses
Ensemble als Werkstattorchester ihres Labels. Seither kommen sie in mehr
oder weniger konstanter Besetzung am 1. und 2. Januar in der Klangbrücke
zusammen. Mehr im frischen Prozess befindlich, denn dem marktgerechten
Produkt verpflichtet, nehmen die Musiker die ihnen schützenswert geltende
freie Rede in Komposition und Improvisation wahr. Ihre 'zwischen den
Jahren' kollektiv arrangierten Jazzstücke mischen die Musiker zu einem
Konzert aus 'liebsten Stücken' der Vorjahre und Uraufführungen.
Seit 2005 sind in Aachen
Ort und Tage gefunden, kreative Jazzmusik zu erleben und den Abend mit
Austausch von Neuigkeiten, dem Genuss kleiner Häppchen und Getränke zu
bereichern. Auch besteht die Möglichkeit sich mit dem CD-Repertoire von
LUXaries vertraut zu machen.
Gespielt werden
Kompositionen von Heribert Leuchter, Ludger Singer, Jürgen Sturm und
Improvisationen des Art'n Schutz Orchesters.
|
|
Eine
Veranstaltung von LUXaries Records in Zusammenarbeit mit den
Kulturbetrieben der Stadt Aachen und der GZM e.V.
|
|