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Presse 2004-2017:

Aachener Zeitung vom 23.02.2016, Seite 18 / Lokales

Improvisation als musikalisches Statement

"Art'n Schutz Orchester" steht seit Jahren für Jazz der Spitzenklasse. Debütalbum enthält zwölf von 50 Eigenkompositionen. Von Michael Loesl

2015©Schmitter Beim „In Front Festival“ in der Klangbrücke wurde die neue Produktion des „Art’n Schutz Orchesters“ erstmals vorgestellt. Foto: Schmitter

Aachen. Albert Einstein, Frank Zappa und Isaac Newton wussten, dass Fortschritt ohne Abweichung von der Norm nicht möglich ist. Dem Aachener "Art'n Schutz Orchester" ist ebenjene Tugend, die auch den Mut zum Scheitern voraussetzt, seit rund zwölf Jahren Ansporn und Erfüllung zugleich. " Damals, 2004, stand kein weiterführender Anspruch hinter dem Zusammenschluss von uns Musikern" , erinnert sich der "Art'n Schutz Orchester"-Gründungsvater und Gitarrist Jürgen Sturm an den Beginn des Projekts. "Wir wollten die Musiker-Ressourcen, die es um das Aachener Plattenlabel Luxaries herum gab und gibt, zusammenbringen und in einer Band nutzen. Es ging erst mal nur darum, einem aufgeschlossenen Publikum einen Konzertabend lang gute Unterhaltung zu bieten."

"Kunst ohne Gehege"

Dem ersten Konzert folgten regelmäßige Neujahrsauftritte in der Aachener Klangbrücke, die den Jazz-Begriff legendär weit fassten. Die improvisatorische Kunst, die freie Dialogführung der Musiker, besitzt in der Größenordnung des "Art'n Schutz Orchesters" inzwischen weltweit Seltenheitswert. Es gibt Solisten, Duos, hin und wieder sogar Trios, die an Kulturdealern vorbei von ihren Rechten auf freie, musikalische Artikulation Gebrauch machen. Aber im Jazz ist es wie auf der Straße. Die Sehnsucht nach Freiheit zieht sich in immer kleinere Zellen zurück. Umso gewichtiger und bedeutender nimmt sich das kulturelle Kleinod "Art'n Schutz Orchester" aus. Nicht weniger als neun Instrumentalisten spielten das selbstbetitelte, kürzlich erschienene Debütalbum des Musikerkollektivs ein, das zwölf der rund 50 Eigenkompositionen enthält, die im Laufe der letzten zehn Jahre entstanden waren. "Kunst ohne Gehege", lassen sich die Protagonisten des Orchesters im Klappentext ihrer CD attestieren. Gemeint ist damit die Kollektivimprovisation, die auf Strukturen und gefassten Kompositionen basiert, aber spontan entwickelte Kommentare und Nebenreden zulässt. Im Gegensatz nämlich zu Standards, in denen über vorgegebenen Akkordfolgen improvisiert wird, gestalten die Aachener freie Formen, in denen zumeist ein narrativer Fluss entsteht, der von allen Musikern getragen wird. Man braucht ein paar Anläufe, bevor man das Album in seiner Gänze versteht. Und natürlich ist es ein Wagnis, derlei Musik in der heutigen Soundbite-Kultur abzuliefern. Lässt man sich aber darauf ein, offenbart sich eine Klangwelt, die reich an Details ist, mit ineinander verzahnten Bildern, die sich ausweiten und üppigen Platz für Soli bieten. Das rhythmische Beet, auf dem das "Art n Schutz Orchester" fußt, wird auf der Platte von den aus Aachen stammenden Lothar Galle-Merkel am Bass und Hans Günter Eisele am Schlagzeug mit reichlich feinmotorischem Gefühl für swingende Grooves bestellt. Daraus erwachsen farbenprächtige, exotische Melodiengewächse, die auf abenteuerliche, höchst spannende Weise immer wieder Bögen um ihre Formen machen und dabei Motive voller Schönheit kreieren. Im Kollektiv betrachtet, haben die beiden Taktgeber und der Stolberger Christoph Titz an Trompete und Flügelhorn, die Aachener Sängerin Anirahtak, Heribert Leuchter an Bariton-, Alt- und Sopransaxofon, Jürgen Sturm an der Gitarre, der Alsdorfer Uli Jend an Sopran- und Altsaxofon, Ludger Schmidt am Cello und Ludger Singer an Klavier und Posaune rund 300 Jahre Improvisationserfahrung auf dem Buckel. Die erzählende Kunst des "Art'n Schutz Orchesters" hat für den Platteneinstand nach über zehn Jahren Ensemble-Live-Geschichte zwölf Kompositions-Unikate entstehen lassen, die sich selbstverständlich aus dem Familien-Biotop des Luxaries-Plattenlabels speisen. Woher auch sonst? In der Geschichte der improvisierten Musik hat sich seit John Coltrane nicht mehr viel getan. Beim Aachener Orchester der geschwätzigen Freierzähler bestimmt der Moment die Musik und der gemeinsame Geist, der die freiheitlichen Werte, deren Erhalt in unseren Breitengraden immer nur in Gefahrensituationen gefordert wird, kunstvoll verteidigt. "Wir wollen diese improvisatorische Musik spielen, weil sie fehlen würde, wenn es sie nicht gäbe" , bringt Heribert Leuchter die Sinnesart der Gruppe auf den Punkt. "Das ist ein musikalischer Ausdruckswunsch, ein musikalisches Statement. Die Produktion des Albums darf man nicht unter kommerziellen Gesichtspunkten betrachten. Aber die Leidenschaft, die meines Erachtens nach in der Platte steckt, macht vieles wett.

"Modern bedeutet auch "Nische"

Es gibt sie, die modernistisch geprägte Aachener Musikeridentität, wenngleich sie sich auch unfreiwillig modernistisch geriert. Denn "modern" bedeutet nicht nur Fortschritt, sondern inzwischen vor allem Nische. Eine Nische, in der unter der Ägide des "Art'n Schutz Orchesters" abenteuerlich inszenierter Kontrapunk, Nuancenreichtum und rhythmische und melodische Vielschichtigkeiten in eine Zukunft weisen, in der für den Modernismus als Opposition zum Fundamentalismus Hoffnung besteht. Auch im Jazz.

 

AZ 3.1.2013

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AN 3.1.2013

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AN/AZ 5.12.2012

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Aachener Nachrichten 30.12.2011

Dieses Orchester will nur spielen
von Jan Mönch

Aachen. Der Tonfall wird mitunter etwas rüde. «Der Heribert gibt halt gern ein bisschen an», stichelt die Sängerin in Richtung des Saxophonisten. Der wurde gerade auf die vor seinen Füßen aufgereihte Instrumentensammlung angesprochen und gibt Contra: «Ich kann auch gern noch viel mehr mitbringen.»

Bevor es dann zu grob wird, meldet sich jemand aus Richtung Klavier zu Wort: «Wolltet ihr nicht was spielen?» Tack, tack, tack, tack - der Drummer legt los, die anderen steigen ein. Das klingt nun nicht mehr rüde, sondern beschwingt und lässig - jazzig eben.

Diese Szene spielte sich am Freitag in der Klangbrücke ab, wo das Art'n Schutz Orchester sich auf seine Neujahrskonzerte vorbereitet. Und wer schon mal dazu eingeladen war, dem Oktett bei der Arbeit zuzusehen, der weiß: Gefrotzelt wird nur zum Spaß, musiziert auch, aber eben nicht nur.

Jürgen Sturm fasst die tieferen Beweggründe der Truppe zusammen: «Der Name beschreibt eine Art des Spielens, die schützenswert ist.» Die Hierarchie zwischen den Musikern verläuft flach, Soli und Melodiebögen hingegen ausschweifend und besser zu lang als zu kurz. Musiziert wird nicht für die Ewigkeit, sondern vor allen Dingen für den Moment. Und das die Schreibweise sich an die von «Rock'n Roll» anlehnt, ist natürlich nicht auf eine rostige Schreibmaschine zurückzuführen. «Das Ganze hat auch mit einer bestimmten Geisteshaltung zu tun», referiert Sturm weiter - aber bevor es dann zu philosophisch wird, unterbrechen seine Kollegen ihn mit einem knackigen Tusch. Der ist improvisiert, so wie vieles, was bei den beiden Terminen in der Klangbrücke zu hören sein wird.

Artenschutz betreiben Art'n Schutz zurzeit in Person von Ulla Marks (Gesang), Ryan Carniaux (Trompete), Heribert Leuchter (diverse Saxophone), Ludger Schmidt (Cello), Jürgen Sturm (Gitarre), Ludger Singer (Klavier), Lothar Galle (Bass) und Hans Günter Eisele (Schlagzeug). Ihr Neujahrskonzert veranstalten die Berufsmusiker seit 2005. Alle Beteiligten sind verbandelt mit dem Label «Luxaries Records», für alle ist Art'n Schutz ein Nebenprojekt. Die Besetzung variiert dabei schon mal, das Anliegen nicht: «Wir machen Nischenmusik für ein Nischenpublikum», sagt Heribert Leuchter.

Und die Nische nennt sich wie? Mit einer terminologischen Abgrenzung tut sich die gut gelaunte Truppe ein wenig schwer. Das hat man oft bei Musikern. Die Definition von Ulla Marks jedenfalls stößt nicht auf Widerspruch: «Es ist eine Art europäischer Jazz» - doch auch sie spielt ihre Musik lieber, als darüber zu sprechen. Und bevor zu viel gesprochen wird, wird lieber noch mal der gemeinsame Lieblingssong geprobt: «Mojn Heamann».

Freitag ist Generalprobe

Die Generalprobe steht für Freitag im Kalender. Dabei wird die Dramaturgie für den Abend festgelegt und abgesprochen, wann welcher Solist dran ist. Aber: «Kein Konzert klingt genau wie die Probe», so Heribert Leuchter.

Die Konzerte sind zu hören am Sonntag, 1. Januar, um 18 Uhr sowie am Montag, 2. Januar, um 20 Uhr in der Klangbrücke, Kurhausstraße 1. Karten kosten im Vorverkauf für Vollzahler 15 Euro (ermäßigt zehn Euro) und sind erhältlich im Ticketshop unserer Zeitung in der Mayerschen Buchhandlung. Außerdem ist eine Vorbestellung per Mail an aso@luxaries.de oder telefonisch unter 0241/75414 möglich.

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Aachener Zeitung – online 28.12.2010, 16:46h

Europäischer Jazz trifft auf Impressionen aus den USA

Aachen. Ihre Musikrichtung bezeichnet die Combo selbst als «europäischen Jazz», noch eher als «Musik, die ohne den Jazz nicht existieren würde». Dass die Stücke des «Art´n Schutz Orchesters» stark von dem US-amerikanischen Genre inspiriert sind, lässt sich jedoch nicht von der Hand weisen.

Auch 2011 veranstaltet die achtköpfige Band wieder ihre Neujahrskonzerte. Diesmal zu Gast: Der bildende Künstler Michael Schulze. «Es gibt keine geschriebenen Arrangements», kündigt Gitarrist Jürgen Sturm an. Durch Improvisation will das Orchester sich an der Stimmung seines Publikums orientieren können. Auf dem Programm stehen sowohl neue Stücke, als auch Bekanntes aus den Vorjahren.

Die Kompositionen stammen selbstverständlich aus der Feder der Bandmitglieder selbst - genauer gesagt aus jenen von Saxophonist Heribert Leuchter, Pianist Ludger Singer und Jürgen Sturm. «Die Komponisten schreiben sehr unterschiedlich», sagt Uli Jend, die Leuchter am Saxophon unterstützt, «Wir gießen zusammen, was die drei Köpfe sich erdacht haben.

Michael Schulzes Ausstellung «First in America» ist mehr als nur Beiwerk zum Konzert. Sie ergänzt es thematisch und wird teilweise durch Projektionen auf die Bühne direkt in die Musik eingeflochten. Vielfältige Themenfelder sind den Arbeiten zugrunde gelegt: Christoph Kolumbus und die Entdeckung Amerikas, die Filmwelt, Klischees rund um die USA, aber auch ernste Themen wie der Irak-Krieg.

Schulzes Kunstwerke sind zu Beginn der Neunziger entstanden, als der gebürtige Trierer mit seiner Familie in den Staaten lebte. Die Arbeiten haben somit auch dokumentarischen Charakter: «Unsere Eindrücke von Amerika sind in die Werke eingeflossen.» Seine Ideen hat der Künstler zunächst in Reliefs umgesetzt und anschließend in Radierungen neu interpretiert. Die komplette Ausstellung kann vor oder nach dem Konzert in Augenschein genommen werden.

Die Neujahrskonzerte finden statt am Samstag, 1. Januar, um 18 Uhr, und am Sonntag, 2. Januar, um 20 Uhr, jeweils in der Klangbrücke Kurhausstraße 2. Der Eintritt kostet 15 Euro (ermäßigt 10). Karten gibt es unter 75414, per Mail unter aso@luxaries.de sowie in der Servicestelle der AZ an der Buchkremerstraße und im Verlagsgebäude des Zeitungsverlages, Dresdener Straße 3 (Parkmöglichkeit). Reservierungen/Vorbestellungen sind telefonisch nicht möglich.

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Aachener Nachrichten 3.1.2008

Mit brandneuer Musik ins neue Jahr

Von unserer Mitarbeiterin Sabine Busse 02.01.2008, 15:37

Aachen. Alle Jahre wieder, wenn die Ohren endgültig genug von dem weihnachtlichen Klangbrei haben, bieten die Mitglieder des Art´n Schutz Orchesters akustische Abhilfe. Die sieben Musiker veröffentlichen in unterschiedlichen Formationen ihre Werke beim Aachener Label Luxaries Records und setzen sich einmal im Jahr zusammen, um aktuelle Kompositionen und Ideen für ein gemeinsames Konzert zusammenzustellen.

Das Ergebnis präsentierten sie nun zum vierten Mal an zwei Abenden in der Klangbrücke: Lauter neue Kompositionen zum neuen Jahr.

Etwas getragen legten die Art´n Schützer los. Sowohl die Ouvertüre von Saxophonist Heribert Leuchter als auch die folgende Komposition von Ludger Singer am Klavier, einem der fleißigsten Stückeschreiber des Abends, setzten sich aus Variationen von gefühlvollen Melodien und gleichgeschalteten Bläsersätzen zusammen.

Beim Gras-Lied trug Sängerin Anirahtak, die ansonsten hauptsächlich mit Scat-Gesang oder Vokal-Improvisationen die Musiker begleitete, den Text von Dirk Schulte vor. Ähnlich vielfältig wie in diesem Stück mit Tempowechseln, Soli und swingenden Passagen ging es im Programm weiter. In Ludger Singers «Con Calma» demonstrierte Uli Jend am Altsaxophon virtuos sein Können. «Die Macht des Wartens» von Gitarrist Jürgen Sturm streifte stilistisch durch Gefilde aus Jazz, Moderner Musik und südamerikanischen Rhythmen, um bei den Gesangspassagen schließlich an Brecht-Interpretationen zu erinnern.

Teil der Vielfalt war auch eine Kostprobe des Jürgen Sturm Trios in Originalbesetzung, bei der der Gitarrist von Lothar Galle-M. am Bass und Hans Günter Eisele am Schlagzeug unterstützt wird. Das Cover des jüngsten Albums der Formation wurde von Künstler Winni Schneider gestaltet. Auf der Galerie der Klangbrücke waren in der Pause einige seiner Bilder zu sehen, die bei der Beschäftigung mit den Musikern entstanden. Der gelernte Schlossermeister studiert zurzeit an der Handwerksakademie Gut Rosenberg und kombiniert in seinen bildnerischen Arbeiten eine fotografische Basis gekonnt mit Übermalungen, Schriftelementen und gesprühten Farbschichten.

Optische Premiere

Gestärkt durch diese optische Premiere beim vierten Jahresauftakt des Art´n Schutz Orchesters und leckere Häppchen ging es nach der Pause zur Freude des Publikums musikalisch mit mehr Dampf weiter.

Die neue Version von Uli Jends Stück «Two scates Blues» provozierte mit swingenden Rhythmen und tollen Soli von Leuchter und Sturm schließlich wippende Füße. Nach der schönen Ballade «Freitag der 13.» hielt dann Perpetuum von Heribert Leuchter wieder mit einem kraftvollen Zusammenspiel der Band das Tempo.

Eines der besten Stücke hatten sich die Musiker für die Zugabe aufgehoben. Der treibende Rhythmus erinnerte an eine flotte Eisenbahnfahrt mit vorbeiziehenden Bildern aus Klangfarben. Die malten vor allem Heribert Leuchter mit seinem satten Baritonsaxophon, ein eindrucksvolles Solo von Uli Jend und Lothar Galle-Ms treibender Bass. Klavier, Gitarre und ein sehr präsentes Schlagzeug schoben das Ganze mit stimmlicher Unterstützung von Anirahtak zusätzlich an.

Damit entließ das Art´n Schutz Orchester die Zuhörer der nicht ganz voll besetzten Klangbrücke «beswingt» und gut gelaunt in die erste Nacht des Jahres.

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TAZ 6.12.2007

Mit Euro-Jazz ins neue Jahr

Kein klassisches Neujahrskonzert: Das Art'n Schutz Orchester lässt das Jahr 2007 mit "europäischem Jazz" angehen. Das Ensemble besteht aus Aachener Musikern, die das, was sie spielen, auch selbst geschrieben haben. 2004 hat sich das Art'n Schutz Orchester gegründet mit dem erklärten Ziel, die klanglichen Möglichkeiten üblicher Klein- und Kleinstbesetzungen im Jazzbereich zu erweitern. Die Artenschützer treten mit wechselnder Besetzung auf, bevorzugt aber mit Viola, Cello, Saxophon, Piano, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Und weil das die vergangenen Jahre so gut ankam, wurden in diesem Jahr gleich ein zweites Neujahrskonzert in der Heimatstadt angesetzt.

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Aachener Nachrichten 3.1.2007
"Tango im Knopfloch" statt Walzerklängen

Neujahrskonzert des Art'n Schutz Orchesters
AACHEN. Während andernorts wohl vorwiegend die Musik der Strauß-Familie auf dem Programm der Neujahrskonzerte gestanden haben dürfte, fand in der Klangbrücke eine ganz andere Tradition ihre Fortsetzung. Zum vierten Mal in Folge spielte das Art'n Schutz Orchester zum Auftakt eines neuen Jahres.
Doch statt Walzer von der schönen blauen Donau sang Anirahtak vom "Tango im Knopfloch". Eigenkompositionen der Bandmitglieder standen vorwiegend auf dem Spielplan der Jazz-Musiker, die aus dem Umfeld des Musiklabels "Luxaries" kommen. Die etwa 200 Zuschauer verfolgten ein hervorragendes, gleichwohl leider seltenes Zusammenspiel, denn die Gesamtzahl der Konzerte in dieser Besetzung entspricht ungefähr der Zahl der Jahreswechsel, die auf diese Art schon stattgefunden haben. Großartig war Heribert Leuchters Sopransaxophon-Solo auf "Jak", einer Komposition des Pianisten Ludger Singer. Souverän wie immer die Sängerin Anirahtak. Ungewöhnlich und faszinierend das Arrangement des Gitarristen Jürgen Sturm auf "l Paximadokleftra", einem griechischen Volkslied, das durch Ludger Sin- gers Holzschlägel-Spiel auf den Klaviersaiten eine orientalische Note bekam. Schwerelos lautete nicht nur der Titel einer Komposition von Alex Janßen: In sommerlicher Latino-Laune schwebte die Seele zeitenvergessen durch den Konzertsaal. Erinnerungen an die besten Momente George Dukes wurden wach. Singer schlug sich diesmal zu den Bläsern - und spielte zwischendurch auf dem "gestopften" Taschencornett, einer Art Minitrompete mit Aufsatz.
Die Zeit bleibe am Neujahrstag stehen, sagte Anirahtak neulich, daher habe sie diesen Tag so gern. Wie ein verbindendes Element zog sich dieses Thema durch die Songtexte: "Niemand weiß, ob es gestern war", singt sie zum Bei- spiel auf "Pueblo Loco", "denn das Taxi wartet längst nicht mehr". Oder, in "Tango im Knopfloch": "Lass uns nicht warten, die Rosen blühen nicht ewig in unserem Garten." Diesen Satz sollte das Art' n Schutz Orchester beherzigen, und das Publikum nicht erst 2008 wieder beglücken. (ac) Aachener Nachrichten 3.1.2007
"Tango im Knopfloch" statt Walzerklängen
Neujahrskonzert des Art'n Schutz Orchesters
AACHEN. Während andernorts wohl vorwiegend die Musik der Strauß-Familie auf dem Programm der Neujahrskonzerte gestanden haben dürfte, fand in der Klangbrücke eine ganz andere Tradition ihre Fortsetzung. Zum vierten Mal in Folge spielte das Art'n Schutz Orchester zum Auftakt eines neuen Jahres.
Doch statt Walzer von der schönen blauen Donau sang Anirahtak vom "Tango im Knopfloch". Eigenkompositionen der Bandmitglieder standen vorwiegend auf dem Spielplan der Jazz-Musiker, die aus dem Umfeld des Musiklabels "Luxaries" kommen. Die etwa 200 Zuschauer verfolgten ein hervorragendes, gleichwohl leider seltenes Zusammenspiel, denn die Gesamtzahl der Konzerte in dieser Besetzung entspricht ungefähr der Zahl der Jahreswechsel, die auf diese Art schon stattgefunden haben. Großartig war Heribert Leuchters Sopransaxophon-Solo auf "Jak", einer Komposition des Pianisten Ludger Singer. Souverän wie immer die Sängerin Anirahtak. Ungewöhnlich und faszinierend das Arrangement des Gitarristen Jürgen Sturm auf "l Paximadokleftra", einem griechischen Volkslied, das durch Ludger Sin- gers Holzschlägel-Spiel auf den Klaviersaiten eine orientalische Note bekam. Schwerelos lautete nicht nur der Titel einer Komposition von Alex Janßen: In sommerlicher Latino-Laune schwebte die Seele zeitenvergessen durch den Konzertsaal. Erinnerungen an die besten Momente George Dukes wurden wach. Singer schlug sich diesmal zu den Bläsern - und spielte zwischendurch auf dem "gestopften" Taschencornett, einer Art Minitrompete mit Aufsatz.
Die Zeit bleibe am Neujahrstag stehen, sagte Anirahtak neulich, daher habe sie diesen Tag so gern. Wie ein verbindendes Element zog sich dieses Thema durch die Songtexte: "Niemand weiß, ob es gestern war", singt sie zum Bei- spiel auf "Pueblo Loco", "denn das Taxi wartet längst nicht mehr". Oder, in "Tango im Knopfloch": "Lass uns nicht warten, die Rosen blühen nicht ewig in unserem Garten." Diesen Satz sollte das Art' n Schutz Orchester beherzigen, und das Publikum nicht erst 2008 wieder beglücken. (ac)

 

Klenkes 1/2006

Jazz-Kunst

Kunst mit Identität, europäischer Jazz und Spieltradition – Dafür steht das Art´n Schutz Orchester, das Musiker aus der Region im Sommer 2004 gegründet haben. Das Ensemble arbeitet in improvisatorischer Weise ausschließlich mit eigenen Kompositionen. Dabei wird es vom Label Luxaries Records unterstützt, das sich als Plattform für autonome Kunst ohne Profitgier versteht. Die Erwartungen des Publikums an das Art´n Schutz Orchester sind hoch. Entsprechend war schon das Debütkonzert am vergangenen Neujahrstag ausverkauft.
Beginn: 18 Uhr

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aktualisiert: 30.08.2017